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Absolut sehenswert
Unsere Veranstaltung zu diesem Thema in Niederrieden:
Es folgt die Originalfassung unseres Antrags für einen 'gentechnikfreien' Landkreis!
Landratsamt Unterallgäu
H. Landrat Hans-Joachim Weirather
Bad Wörishofer Str. 33
87719 Mindelheim
Freitag, 6. Juli 2007
Antrag:
Landkreis Unterallgäu, Landschaft, Landwirtschaft und landkreisweite Beschaffungspolitik ohne Agro-Gentechnik
Sehr geehrter Herr Landrat Dr. Weirather!
Im Namen der Ausschußgemeinschaft BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN – ödp und bürger für die umwelt stelle ich den Antrag den Landkreis Unterallgäu als ein Gebiet ohne Anbau gentechnisch veränderter Organismen (GVO) einschließlich der Meidung von Futtermitteln aus gentechnischem Anbau zu erklären.
Der Landkreis soll in seinen Einrichtungen die Beschaffung und Verwendung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln untersagen und auch auf die Beschaffung und Verwendung von Lebensmitteln aus GVO-freier Fütterung hinwirken.
Gentechnik in Landwirtschaft und Lebensmitteln
Wir fordern, GVO aus Landwirtschaft und Lebensmitteln zu verbannen, mindestens aber die in diesem Bereich existierenden gesetzlichen Standards zu respektieren, weil
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80 % der Verbraucherinnen und Verbraucher gentechnisch veränderte Lebensmittel nicht konsumieren wollen,
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die große Mehrheit der Landwirte Gentechnik für ihren landwirtschaftlichen Betrieb ablehnen,
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ökologischer Landbau und jede andere gentechnikfreie landwirtschaftliche Produktion nicht mehr möglich wären und die Wahlfreiheit weder für Verbraucher noch für Landwirte gewährleistet werden kann
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Profitinteresse einem nicht kalkulierbaren ökologischen Risiko gegenübersteht.
Der Landkreis Unterallgäu sollte alles daransetzen:
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die Unabhängigkeit und Existenzfähigkeit unserer Landwirte zu schützen
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den Verbraucherwunsch Nummer 1 nach gentechnikfreien Lebensmitteln zu erfüllen
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ein starkes Signal an Politik und Öffentlichkeit auszusenden.
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für unsere regional erzeugten Produkte zu werben.
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unsere Kneipp-Gesundheitsregion und touristischen Attraktivitäten zu erhalten.
Speziell bitten wir folgende Beschlüsse zur Abstimmung zu bringen:
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Der Landkreis Unterallgäu soll die ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten nutzen, den Anbau von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) auch zu Forschungszwecken im Freiland zu verhindern.
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Der Landkreis soll mit seinen Möglichkeiten für die Erzeugung von Lebensmitteln aus gentechnikfreier Fütterung eintreten und über die Vorteile daraus für Bauern, Verbraucher und für das Image der Region informieren und werben.
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Der Landkreis soll auf die Verwendung von GVO-freien Produkten in seinen Einrichtungen (z.B. Kranken – und Pflegeeinrichtungen, Schulen,
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Kindergärten- und Krippen, Kantinen usw.) und bei der Bewirtschaftung landkreiseigener Flächen achten.
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Bei der Neuverpachtung landwirtschaftlicher Flächen und bei Verlängerung bestehender Pachtverträge sollen Pächterinnen und Pächter vertraglich verpflichtet werden, auf den Anbau und die Verfütterung gentechnisch veränderter Pflanzen zu verzichten.
Begründung und Hintergrund des Antrages:
Weltweit mehren sich die Berichte von Risiken, von nachweislichen Schäden und den zum Teil katastrophalen Auswirkungen der Agro-Gentechnik auf die Landwirtschaft, die Ökologie, die Volkswirtschaften und die Gesundheit von Tier und Mensch.
Für unsere Region birgt die Agro-Gentechnik vielfältige und enorme Risiken. Etwa 80% der Bevölkerung lehnen gentechnisch hergestellte Lebensmittel und auch die
Förderung der Forschung dazu ab. Gleichzeitig sind Verbraucher bereit, für qualitativ hochwertige Lebensmittel einen höheren Preis zu bezahlen.
Unsere Region ist geprägt durch eine für Touristen wie Einheimische immer beliebter werdende Landschaft, die von kleinen und mittleren selbständigen landwirtschaftlichen Betrieben erhalten und gepflegt wird.
Agro-Gentechnik ist dagegen eine großindustrielle, von Patenten und Lizenzen bestimmte Landwirtschaftsform, die unsere Bauern in verhängnisvolle Abhängigkeiten der Chemie/Saatgutkonzerne treibt und sie der Konkurrenz am Weltmark aussetzt. Dabei werden sie allein schon wegen der topographischen Bedingungen chancenlos sein.
Unsere Bauern sind auf kooperative Zusammenarbeit bei Einkauf, bei der Produktion und Vermarktung angewiesen und brauchen den sozialen Frieden. Wie die
Erfahrungen zum Beispiel aus Kanada zeigen, führt Agro-Gentechnik zu Misstrauen, Streitereien und Prozessen untereinander.
Der Export von landwirtschaftlichen Erzeugnissen hat für unsere Unterallgäuer Region eine enorme wirtschaftliche Bedeutung, die in der Größenordnung an den Export technischer Erzeugnisse herankommt. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Milchprodukte und Fleisch. Hauptimportländer dafür sind Italien und Griechenland. Gerade diese Länder sind äußerst skeptisch gegenüber GVO-Erzeugnissen. Tendenz: sie widersetzen sich z. T. offen den EU-Bestimmungen. Sollten diese Märkte weg brechen, wären die Bauern unserer Region und damit auch die Tourismusbranche die am schlimmsten Betroffenen. Auch unsere Verbraucher könnten sich schnell der Lebensmittel aus dem nahen, sich um Gentechnik-Freiheit bemühenden, Nachbarland Österreich bedienen.
Ökologischer Landbau und jeder andere gentechnikfreie Anbau sind bei Aussaat von Gentech-Pflanzen auf nur 10% der landwirtschaftlichen Nutzfläche nicht mehr möglich (EU-Studie 2002). D.h. die Ernte dieser Pflanzen kann gentechnisch verändertes Erbmaterial enthalten. Raps gilt z.B. als Nutzpflanze, die nicht koexistenzfähig ist. Grund ist die Befruchtungsweise von Pflanzen über Insekten und Wind, wodurch gentechnisch veränderte Erbmerkmale unkontrollierbar ausgetauscht werden (Auskreuzung).
Abgesehen von den nachgewiesenen Folgen für Nutzpflanzen, sind die Auswirkungen des Anbaus von Gentech-Pflanzen auf das Ökosystem unabsehbar. Ein berühmtes Beispiel aus USA ist der Verlust der Fortpflanzungsfähigkeit des
Monarchfalters beim Anbau einer gentechnisch veränderten Maissorte, die ein Bakteriengift zur Schadinsektenabwehr in sich trägt.
All diese Gründe veranlassen uns, diese Initiative zu ergreifen und uns an den Kreistag zu wenden um Schaden für den Landkreis und ihre Bürgerinnen und Bürger abzuwenden.
Wir beantragen die Behandlung unseres Antrages zeitnah in einer der nächsten Sitzungen des Kreisausschusses.
Im Interesse der Bürgerinnen und Bürger hoffen wir, dass Sie unseren Antrag unterstützen.
Dieser Antrag wurde vom Kreisausschuß mit 3 Gegenstimmen aus Reihen der CSU verabschiedet. Auf Anfrage nennen wir Ihnen gerne die Namen.
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